Göttlicher Gedo sichert Ägypten den Cup

Wie hält man Pharaonen vom Siegen ab? Beim diesjährigen Afrika-Cup in Angola fand abermals niemand die passende Antwort. Folgerichtig sicherte sich das ägyptische Team den dritten Titel in Folge – ein nie zuvor dagewesenes Kunststück. Und dies völlig verdient. Die ägyptische Auswahl hatte sich mit Siegen über Kamerun (3:1 nach Verlängerung) und Algerien (4:0, drei Platzverweise Algerien) ins Finale gespielt.

Ghanas Weg hatte über Gastgeber Angola und Nigeria (je 1:0) geführt. Im Endspiel in Luanda genügte erfahrenen, abgeklärten Ägyptern gegen junge, hungrige Ghanaer ein gelungener Doppelpass zum 1:0 Finalsieg. Kurios: Mohamed Gedo. Der Angreifer vom ägyptischen Club Ittihad El-Iskandary wurde zum Spieler des Turniers gewählt. Eine nachvollziehbare Wahl. Wer bei fünf Einwechslungen fünf Mal trifft, darunter das entscheidende Finaltor, gleichbedeutend mit dem Titel des Torschützenkönigs - den kann man getrost mit Auszeichnungen überhäufen. Den Pharaonen wird dieser historische Triumph Genugtuung verschaffen. Denn die Ägypter sind - im Gegensatz zu den ihnen im Turnierverlauf unterlegenen Mannschaften aus Nigeria, Kamerun, Algerien und schließlich Ghana - nicht bei der Weltmeisterschaft in Südafrika dabei.

Ghana, kommender Gruppengegner der deutschen Nationalelf, hat beim Afrika-Cup nur bedingt überzeugt. Einer klaren Auftaktniederlage gegen WM-Teilnehmer Elfenbeinküste folgte eine Serie nicht ungefährdeter 1:0 Erfolge. Dennoch sollte niemand beim DFB die Ghanaer unterschätzen. Stoßen im Sommer gestandene, momentan verletzte Spieler wie Essien und Appiah zu den jungen, hochtalentierten U20-Weltmeistern und Bundesligaspielern, könnte diese hochexplosive Mischung auch dem deutschen Team gehörige Probleme bereiten.

Von unserem Gastautor: Yves Naber