Am Ende zählt Kommerz und Geld

Seit den Vorkommnissen beim Fußballspiel Berlin gegen Nürnberg überschlagen sich die Medien mit Superlativen. Reißerische Überschriften und Betroffenheitsmeldungen prägen die Titelseiten der Sportgazetten. Gründe und Ursachen werden nicht gesucht. Die Frage nach dem Warum wird nicht gestellt. Sicherlich ist Gewalt der falsche Weg. Doch machen es sich DFB, Presse und Vereine nicht zu einfach Ultras als gewaltbereite Chaoten abzustempeln? Ein Stadion sollte nicht nur aus VIP-Tribünen bestehen. Fans die dem Verein lebenslang die Treue halten dürfen nicht ausgesperrt werden. Sozialarbeiter dürfen nicht aus den Fanprojekten abgezogen werden, sondern müssen verstärkt in diesen eingesetzt werden. Wäre es nicht sinnvoll die Fanprojekte zu stärken? Auf Kommunikation anstatt auf Stadionverbote zu setzen?

Spieler zeigen schlechte Leistung und verdienen Millionen, TV-Anstalten bezahlen Unsummen. Für soziales bleibt im Milliardengeschäft Fußball kein Platz. Die Lobby ist riesig. Wie weit dreht sich diese Spirale noch? Ehrlicher Sport wird in diesem Geschäft wohl längst nicht mehr gezeigt. Hoffenheimer Fußballprofis kommen zu spät zur Dopingkontrolle und bleiben ohne wirkliche Sanktionen. Spiele werden gekauft und Schiedsrichter bestochen. Würden andere Sportarten ohne Milliardeninteresse im Hintergrund so etwas überstehen?

Ehrlichen Sport gibt es noch, dort wo er mit viel Eigenengagement und Leidenschaft betrieben wird. In Vereinen wo es nicht nur um Millionen und Profit geht. Vereine die um Hallenzeiten und Sponsoren kämpfen müssen. Vereine in denen trotzdem Woche für Woche Mitglieder ihre sportliche Leistung bringen und ehrenamtliche Arbeit geleistet wird. Ohne die Aussicht auf das große Geld oder Medieninteresse. Triathleten verbringen Stunden mit hartem Training, Hand- oder Basketballer schwitzen in der Halle und das trotz einer 40h Woche auf der Arbeit. Faustballer erbringen Top Leistungen ohne dass die Öffentlichkeit Notiz davon nimmt. Sponsoren könnten hier sehr viel bewegen, mit einem Bruchteil der in den Profifußball investierten Summen.