Afrika-Cup - Ein ganzer Kontinent schaut nach Angola

Alle 60 Sekunden vergeht in Afrika eine Minute. Schlimm ist das. Ganz zu schweigen vom Bürgerkrieg, von Hunger, Elend und Not. Furchtbar ist das. Aber nicht 2010! Denn derzeit regiert König Fußball.

Der „African Cup Of Nations“, hierzulande bekannt als Afrika-Cup, drängt die vielfältigen Probleme der Afrikaner in den Schatten. Kurzzeitig. Drei Wochen lang messen sich die besten afrikanischen Fußballteams in Angola. 16 an der Zahl. Acht sind mittlerweile ausgeschieden, Togo freiwillig.

Wobei es in Gruppe A kurios zuging: Im Eröffnungsspiel machte Mali kurzerhand einen Rückstand von vier Toren wett, während Malawi, dessen Hauptstadt Lilongwe – die mehr Einwohner beherbergt als Karlsruhe und Pforzheim zusammen - wohl kaum einer kennt, das hochfavorisierte Algerien mit 3:0 in die Schranken verwies. Die Freude währte jedoch nur kurz, im Endeffekt konnten sich Gastgeber Angola und glückliche Algerier in dieser Gruppe durchsetzen.

In Gruppe B lautete die Rechnung „Aus drei mach zwei“. Ein quirliger, technisch beschlagener, ständig übers halbe Spielfeld dribbelnder Pitroipa reichte Burkina Faso nicht. Ohne Torerfolg musste man Drogba‘s Elfenbeinküste und Essien‘s Ghana den Vortritt lassen.
In Gruppe C feierten die ägyptischen Pharaonen drei glanzlose Siege und zogen somit ins Viertelfinale ein. Gefolgt von Ghana, das sich nach erheblichen Startproblemen berappelte und schließlich Benin und Mozambique das Nachsehen gab.

Dramatisch ging es in Gruppe D zu. Da Kamerun um Eto’o, Idrissou und Co sich nicht mit Ruhm bekleckerte und die tunesische Mannschaft mitten im Umbruch ist, schien die Gelegenheit günstig für die vermeintlich Kleinen – Gabun und Sambia. Bis in die letzten Minuten des letzten Spieltages hinein hatten alle vier Teams die Chance, sich auf einen der ersten beiden Gruppenplätze zu schieben.

Dabei ging Tunesien gegen Kamerun zwei Mal in Führung – musste am Ende jedoch die Segel streichen. Genau wie Gabun, das – den Einzug in die nächste Runde klar vor Augen - in der entscheidenden Partie gegen Sambia versagte. Somit qualifizierten sich Kamerun und Sambia aus dieser sehr ausgeglichenen Gruppe.

Demnach lauten die Viertelfinalpartien:
Angola – Ghana (Kann Angola den Heimbonus nutzen?)
Algerien – Elfenbeinküste (Kann sich Algerien um 1000% steigern?)
Ägypten – Kamerun (Der Viertelfinalkracher, welcher Turnierfavorit bleibt auf der Strecke?)
Sambia – Nigeria (Besinnt sich Nigeria oder gelingt Sambia die Überraschung?)

Von unserem Gastautor: Yves Naber