225 Jahre Karl Drais. Karlsruhe. Eine Radlänge voraus.

Der 12. Juni 1817 hat die Welt grundlegend verändert. Dieser Tag gilt als „Urknall“ der individuellen Mobilität. Denn bis zu diesem Tag war an ein Vorwärtskommen ohne die Hilfe von Pferden nicht zu denken. Ein gewisser Karl Drais unternahm erstmals mit seiner Draisine von Mannheim zum Schwetzinger Relaisehaus eine Ausfahrt. Dies war die Geburtsstunde des Zweiradprinzips.

Karl Drais wurde am 29. April 1785 in Karlsruhe geboren. Nachdem Drais sein Abitur am heute bekannten Karlsruher Bismarck Gymnasium ablegte, studierte er Baukunst, Landwirtschaft und Physik in Heidelberg. Drais wurde 1810 Forstmeister - jedoch kurze Zeit später freigestellt. Grund: Er sollte sich fortan ganz seiner Tätigkeit als Erfinder widmen. 1818 wurde er von Großherzog Carl zum Professor für Mechanik ernannt und offiziell als Forstmeister pensioniert.

Neben der Erfindung des Zweiradprinzips war Drais auch maßgeblich an der Erfindung der Tastenschreibmaschine beteiligt.

Nachdem der Vater von Karl Drais gestorben war, begann für ihn ein turbulentes Leben. Ihm wurde seine Pension gekürzt. Dagegen klagte Drais erfolgreich. Doch der Fiskalanwalt – gegen den Drais den Prozess gewann – sann auf Privatrache. Man inszenierte eine Schlägerei, welche Konsequenzen für Drais hatte. Denn dadurch wurde ihm sein Kammerherrenstatus aberkannt. Drais musste sich fortan weiterer Rufmordkampagnen aussetzen. Gesellschaftlich wurde er so mehr und mehr ruiniert. Drais zog sich in den Odenwald zurück und erprobte dort eine vierrädrige Fahrmaschine auf Eisenbahngleisen. 1845 zog Drais wieder nach Karlsruhe. Da Drais bekennender Demokrat war, legte er mit Beginn der Revolution seinen Adelstitel ab. Wegen seiner basisdemokratischen Überzeugungen wurde ihm von den Monarchisten nach Zerschlagung der Revolution die Pension abgenommen. Am 10. Dezember 1851 starb Drais mittellos in Karlsruhe.