Der tragische Tod des russischen Nationalturners Yuri Ryazanov überschattet den Start in die zweite Hälfte der Kunstturnbundesliga.
Die sportliche Herausforderung rückt für die Straubenhardter Turner und deren Trainer Alexei Grigoriev derzeit in den Hintergrund. Der Schock über den plötzlichen Tod und Verlust des sympathischen Mannschaftskollegen, der bei den nächsten Ligawettkämpfen als frischgebackener WM-Dritter im KTV-Trikot aufgelaufen wäre, sitzt tief.
Das Straubenhardter Team will sich aber dennoch beim kommenden Bundesligaduell am Samstag dem Niedersächsischen Turnteam Hannover stellen. In der großen AWD-Hall in Hannover gilt es für den Tabellenführer den nächsten Schritt in Richtung Ligafinale zu setzen. Gegen den Tabellensechsten sind die Schwarzwälder klarer Favorit. Insbesondere, da mit Marian Dragulescu der Superstar der vergangenen Kunstturn-Weltmeisterschaften am Start sein wird. Der Rumäne hat mit seinem Doppelerfolg an Boden und Sprung Turngeschichte geschrieben. Denn damit glückte ihm was zuvor noch kein anderer Athlet erreichte. An beiden Geräten ist er zum vierten Mal Weltmeister. Für die KTV ist der 29jährige Superstar verlässlicher Punktesammler und voraussichtlich nicht nur an seinen Spezialdisziplinen gefragt. Weniger erfolgreich verlief der WM-Auftritt von Thomas Taranu. An seinem Paradegerät Ringe blieb er nicht fehlerfrei, so dass auch der Einzug ins Finale unerreichbar blieb. Aber dennoch kommt er gestärkt von den Titelkämpfen zurück. Allein seine Teilnahme hat ihm gezeigt, dass er auf dem richtigen Weg ist und derzeit zu den besten Turnern Deutschlands zählt. Am Samstag ist er als starker Sechskämpfer gefordert und soll unter anderem den Hannoveraner Nationalturner Andreas Toba in Schach halten. Eigentlich geschont werden sollte Marcel Nguyen, da der 12. des WM-Mehrkampfes bereits am darauffolgenden Sonntag bei der Champions Trophy die Deutschen Farben vertreten wird. Aufgrund der besonderen Situation wird er in Absprache mit Bundestrainer Andreas Hirsch nun aber dennoch einige Geräteeinsätze haben. Grigoriev will dies, je nach Wettkampfsituation entscheiden, auch weil Vladimir Klimenko verletzungsbedingt möglicherweise nicht voll einsatzfähig ist und somit Engpässe entstehen. Fest eingeplant ist Routinier Sergej Charkov, ebenso wie Dimitri Walter. Vorsichtig optimistisch ist daher auch Trainer Grigoriev „Ich hoffe wir bekommen den Kopf frei und können stabil turnen, dann sollten wir gewinnen.“
Sollte dieses Vorhaben gelingen könnte sich die KTV beim letzten Heimwettkampf am 7. November bereits die Tickets fürs Ligafinale sichern.