Sieg mit hohem Unterhaltungswert und Nachlässigkeiten

BG Karlsruhe – Cuxhaven BasCats 90:79 (24:15, 20:17, 18:25, 28:22)

Karlsruhe. (ver) - Am Samstagabend gelang der BG der dritte Heimsieg in Folge. Nach einem ordentlichen Start, leistete die Mannschaft sich im zweiten Viertel leichte Ballverluste, ließ dann im dritten Viertel auch noch in der Defensive nach, baute die Gäste aus dem Norden damit auf und konnte erst im letzten Viertel ach einem Weckruf von Martin Samarco und dank der athletischen Spielweise von Domonic Jones das Spiel mit 90:79 für sich entscheiden.

Als beide Mannschaften beim Stand von 44:32 zur Halbzeit in die Kabinen gingen, hatten die Zuschauer schon einiges geboten bekommen. Da war der ganz groß
aufspielende Justin Howard, der 14 Punkte markiert hatte, alle vier Freiwürfe sicher verwandeln konnte und der BG zu einem guten Start in die Partie verholfen hatte. Erst konnte er die schnellen Punkte durch Harris egalisieren, dann gelang ihm ein Defensivrebound, der der BG die 4:2-Führung durch Roessler bescherte. Und kurz darauf setzte er einen tollen Block gegen McDaniel. Eine weitere prägende Figur dieser ersten Hälfte war Michael Stockton, der mit einer speziell angefertigten Maske spielte, in der Starting Five stand und mit einem sehenswerten Sololauf das zwischenzeitliche 11:5 markierte und das „and one“ durch ein Foul von McDaniel dankend annahm. Seine wohl stärkste Szene hatte er gleich zu Beginn des zweiten Viertels, als es ihm gelang, bei ablaufender Uhr einen Wurf zu nehmen und von Außen zum 27:15 zu treffen.

Vorher hatten die Zuschauer Ende des ersten Viertels Jusuf el Domiaty dabei zusehen dürfen, wie er mit einem Wischerstab den Ball von der Korbanlage befreien
durfte. Der war dort gelandet, als Roessler bei einem Versuch von Außen gefoult wurde, so dass das Spielgerät unkontrolliert durch die Luft segelte, um zwischen Uhr und Korb zu enden. Die Stimmung in der Europahalle war gut und das Team agierte in allen möglichen Zusammensetzungen weitestgehend ordentlich.
Roessler spielte die ersten zehn Minuten komplett durch, während Hübner, Hurst und Rüeck sich die restliche Spielzeit auf der deutschen Position teilten. In den zweiten zehn Minuten gönnte Daume Roessler und Howard eine kurze Verschnaufpause und schickte Jones, Stockton, Samarco, Hurst und Hübner auf das Parkett. „Wir haben im Prinzip ganz gut angefangen und waren auch defensiv präsent.“, stellte Torsten Daume später fest. „Ärgerlich ist einfach, dass wir im zweiten Viertel zu viele Ballverluste produziert haben. Das hat sich ins dritte Viertel hineingezogen und damit das Spiel unnötig spannend gemacht.“ Eine Beobachtung, die vom Scouting unterstrichen wird. Hatte die BG in den ersten zehn Minuten lediglich zwei Ballverluste verzeichnet, leisteten sich die Spieler
unerklärlicher Weise in den folgenden Vierteln sechs bzw. sieben Turnover.

Und wie Daume den Unterschied erklärte: „Im dritten Viertel haben wir dann auch noch die Defense so weit vernachlässigt, dass Cuxhaven plötzlich wieder richtig im Spiel war.“ Tatsächlich: Im dritten Viertel sorgte ein 9:0-Lauf der BasCats für den Ausgleich zum 49:49. Doch gerade, als das Spiel zu kippen drohte, landete Samarco mit einem ganz wichtigen Dreier einen Weckruf. Das Team agierte fortan wieder konzentrierter, sicherte sich wieder mehr Rebounds und konnte sich bis Ende des dritten Viertels wieder leicht auf 62:57 absetzen.

Im letzten Viertel konnte die BG recht schnell wieder einen größeren Vorsprung herausspielen, weil Gerwig sich ein technisches Foul leistete. Samarco traf zwar nur einen Freiwurf, aber den Ballbesitz nutze Stockton zum 71:63. Kurz danach brandete lautstarker Jubel auf, als Samarco Roessler bediente, und der seinen einzigen Dreier an diesem Abend zum 74:65 traf. Die nächsten Punkte markierte dann Hübner, den Stockton wunderbar bediente, indem er unter den Korb zog und den Ball an der Verteidigung vorbei Hübner in die Hände spielte.

Zum Ende der Partie mussten die Gäste immer wieder mit Fouls die Uhr stoppen und versuchten auf der Gegenseite mit Distanzwürfen ihr Glück. Capel und Bogdanov verließen mit dem fünften Foul frühzeitig das Spielgeschehen und die BG agierte zum Schluss fast wieder ein wenig zu lässig. Als Michael Stockton nach einem Steal den Ball nicht im gegnerischen Korb unterbringen konnte, war es noch Rouven Roessler, der das mit dem 89:76 für ihn erledigte. Als Samarco gleich danach wieder mit einer Balleroberung gefiel und Roessler bediente, schaffte der es dann nicht, zu punkten. Letzten Endes fiel auch das nicht mehr ins Gewicht: Stockton setzte mit einem Freiwurf den Schlusspunkt zum Sieg und die BG-Fans konnten mit den
Spielern feiern.

An einem Kritikpunkt des Headcoaches kam die Mannschaft aber dann auch nicht mehr vorbei: „Wir haben zu viele Punkte an der Freiwurflinie liegengelassen.“, stellte Daume fest. Und tatsächlich waren 68% von der Linie ein Wert, der in dieser Spielzeit für die Karlsruher ungewöhnlich ist.

Am kommenden Donnerstag startet die BG noch vor Weihnachten und in eigener Halle mit der Partie gegen die webmoebel Baskets aus Paderborn in die Rückrunde.

Auch hier möchte man natürlich einen Sieg einfahren, hat aber nach der Leistung von Samstag aber auch noch an einigen Mängeln zu arbeiten.

Punkte BG Karlsruhe: Samarco 31/4, Howard 18, Roessler 15/1, Stockton 12/1,
Jones 9/1, Hübner 3, Hurst 2

Punkte Cuxhaven BasCats: Capel 19/4, MacDaniel 16/2, Gerwig 12, El Domiaty
12, Harris 9, Bogdanov 4, Brown 4, Pfeil 3/1

Mit freundlicher Genehmigung von der BG Karlsruhe.