Polizei stoppt Wüstenexpedition

Karlsruhe. (ver) - Der Karlsruher Extremsportler und Vortragsredner Norman Bücher musste seine Wüstendurchquerung vorzeitig beenden.

Es sollte seine längste Soloexpedition werden. 700 Kilometer alleine durch die Weite und Stille der Kavir Wüste im Iran. Innerhalb von nur 14 Tagen. Eine extreme Herausforderung, der sich der Abenteurer stellen wollte. Doch daraus wurde nichts. Die iranische Polizei stoppte Bücher und verbot ihm weiterzulaufen.

Eine Durchquerung der Kavir Wüste im Iran von Nord nach Süd. Ein jahrelanger Traum von Extremläufer Norman Bücher, den er nun in die Tat umsetzen wollte.

Der Abenteurer wollte ohne Team oder andere motorisierte Unterstützung durch die menschenleere Landschaft der Kavir Wüste laufen und dabei 700 Kilometer in 14 Tagen zurücklegen. Komplett auf sich alleine gestellt, zog er sein gesamtes Equipment inklusive Wasser- und Essensvorräte auf einem Ziehwagen hinter sich her.

Bücher lief am 21. Oktober 2016 in der Stadt Damghan am nördlichen Rand der Wüste los. Bei strahlend blauem Himmel, 20 Grad Außentemperatur und leichtem Rückenwind - optimale Bedingungen für eine Expedition durch die Wüste. Nach gut 20 Kilometern hielt neben dem Abenteurer ein Polizeiwagen. Zwei Polizisten stiegen aus und kontrollierten Büchers Reisepass. Nach diversen Fragen zu seinem Vorhaben musste er sich ins Polizeiauto setzen und mit auf das Polizeirevier nach Damghan kommen. Dort kam der Chef der Polizeiwache dazu. Bücher musste mehrere Fragebögen ausfüllen, seine komplette Ausrüstung vorzeigen und ein Verhör über sich ergehen lassen. „Sie wollten alle meine Bilder sehen, die ich im Iran gemacht habe. Und ich musste unter anderem erklären, warum ich vor vielen Jahren in der Türkei war, weshalb ich in den Iran gekommen bin und wie mein Vater mit Vornamen heißt.“

Nach dem Fragenmarathon dann die Entscheidung des Polizeichefs: Bücher durfte seinen Lauf nicht fortsetzen. Aus Sicherheitsgründen sei es für einen Ausländer verboten, alleine durch die Wüste zu laufen. „Als ich diese Nachricht hörte, war ich wie kosterniert und fiel aus allen Wolken. Mein Traum zerplatzte auf einmal wie eine Seifenblase“, so Bücher. Alles Diskutieren und Verhandeln brachte nichts. Bücher musste zurück und wurde vom Polizeichef höchstpersönlich zu einem Taxi begleitet, das ihn wieder zurück in die Hauptstadt Teheran brachte. „Es ist sehr frustrierend, wenn du fit bist und einfach nur laufen willst, aber nicht darfst“, so der 38-jährige Extremsportler, der seine Erfahrungen auch in Vorträgen weitergibt. „Ich habe sehr viel Zeit und Energie in die Vorbereitung investiert. Und nun das.“

Mittlerweile ist Abenteurer Bücher wieder in seiner Heimat Waldbronn angekommen, verarbeitet das Erlebte und schmiedet bereits wieder neue Ziele.

„Im Leben läuft es nicht immer nach Plan. Auch wenn der unerwartete Ausgang des Wüstenlaufs sehr schmerzhaft für mich ist, so denke ich positiv und freue mich auf meine nächste Expedition im Frühjahr 2017.“

Mit freundlicher Genehmigung von Norman Bücher