

Karlsruhe. (ver) - 1.100 Zuschauer erlebten am zweiten Advent das Kellerduell zwischen der BG und dem Tabellenletzten aus Leitershofen. Um 19:15 Uhr war die Schlacht geschlagen, die BG konnte das Spiel mit 86:82 für sich entscheiden.
Damit ändert sich am Tabellenbild erst einmal gar nichts, wobei die Karlsruher nun eine angenehmere Ausgangslage vor der Fahrt nach Essen vorfinden, das lediglich einen Sieg mehr ausweisen kann. Wie wichtig dieser Sieg war, konnte man jedem Beteiligten, allen voran Rouven Roessler ansehen, der mit der Schlusssirene die Faust ballte und seine Freude herausschrie. Es war die erwartete harte Arbeit geworden und gerade der Kapitän und Martin Samarco hatten
ihren Anteil am Erfolg. Stefan Goschenhofer stellte fest, dass es seinem Team nie gelungen sei, die individuelle Klasse dieser beiden Spieler zu kontrollieren.
Die Bedeutung des Spiels konnte man im Vorfeld schon an Kleinigkeiten ablesen: Die Gäste waren sehr pünktlich angereist und standen bereits über anderthalb Stunden vor Spielbeginn zum Warmmachen auf dem Parkett, während auf Karlsruher Seite der verletzte Kapitän Rouven Roessler einige Probewürfe wagte.
Dr. Frerking und der Profi stimmten sich vor dem Spiel noch einmal ab, dann hieß es: „In Rücksprache mit dem Sportler und der medizinischen Abteilung ist ein Einsatz Roesslers vertretbar.“ Und so trat Roessler mit verletztem Außenband und unter Schmerzen den Dienst an. Die zweite Deutsche Planstelle in der Starting Five besetzte wieder Matthias Hurst, während Daume mit Stockton, Samarco und Howard die Leistungsträger des letzten Wochenendes auf das Parkett schickte.
Hurst rechtfertigte seinen Einsatz gleich im ersten Viertel mit den ersten zwei Punkten von der Freiwurflinie, zwei Rebounds und einem Tip-In zum zwischenzeitlichen 6:5, ehe er nach knapp sieben Minuten von Hübner abgelöst wurde. Der hatte gleich nach einem Time-Out der BG und seiner Einwechslung eine entscheidende Szene, als ihm ein Block gelang, ehe Samarco mit einem Dreier zum 17:17 für etwas Luft sorgen konnte. Bis zum Viertelende konnten dann nur noch die „großen Männer“ Richardson und Howard zum Viertelendstand von 19:19 punkten. Domonic Jones erarbeitete sich in toller Manier zwar noch zwei Freiwürfe, verwarf aber beide und auch Hassan konnte seine Offensivaktion vor der Sirene nicht erfolgreich abschließen. Am Ende stand die Erkenntnis, dass man an diesem Abend wohl eine Nervenschlacht bis zum Schluss erleben würde: Die Mannschaften waren sich ebenbürtig.
Das zweite Viertel eröffnete Roessler schnell mit einem Dreier. Als Samarco nach einem Zuspiel von Jones ebenfalls von Außen einnetzte, war den Hausherren endlich ein kleiner Lauf zum 25:19 gelungen. Leider baute die BG den Gegner gleich danach wieder auf: Erst war es Samarco, dann Jones, die mit schlechten Zuspielen einen Ballverlust produzierten, der in Punkten für die Gäste endeten. Mit einem Dreier drehte Hassan zwischenzeitlich das Spiel zum 25:26. Doch auch die Gäste konnten aus dieser knappen Führung wenig machen. Nach fünf Minuten in diesem Spielabschnitt führte die BG dank Samarco wieder mit 32:30.
Überhaupt: Samarco! Hätte er in der ersten Halbzeit nicht vier seiner fünf Versuche von Außen getroffen und 18 Punkte markiert, hätte es wahrscheinlicher schlechter um die BG gestanden, als es das Halbzeitergebnis von 39:41 wiedergab.
Unverändertes Bild im dritten Viertel, das die BG mit einem Punkt für sich entscheiden konnte. Größter Aufreger in diesen zehn Minuten war eine Szene zweieinhalb Minuten vor der Sirene, als Michael Stockton einen Schlag auf die Nase bekam und mit dem Verdacht auf Nasenbeinbruch aus dem Spiel ging. Sein Ausfall bescherte dem Rückkehrer Domonic Jones mehr Spielzeit. Mit 58:59 ging es in die letzten zehn Minuten. Leitershofen schlug sich auch hier beachtlich: Als Dewayne Richardson nach weiteren fünf gespielten Minuten zum 71:71 einnetzte, sah alles nach einem möglichen Overtime aus. Dann folgten allerdings zwei starke Szenen der BG: Erst fand Rouven Roessler Alex Rüeck außen an der Linie, der drei Punkte vorlegte. Dann ging dem unglaublich stark spielenden
Richardson im Gegenzug der Ball verloren, was Jones mit einem Solo zum 76:71 bestrafte. Dass fünf Punkte Vorsprung keine sichere Bank sind, musste das Karlsruher Publikum gleich mehrmals erfahren: Genck brachte die Gäste mit seinen Punkten zum 76:73 wieder in Schlagweite, Hassan konnte diesen Abstand bestätigen und als Bowlin einen Dreier zum 80:78 traf, kam 1:40 Minuten vor Ende wieder richtig Spannung auf. 48 Sekunden vor Schluss orderte Daume wieder eine Auszeit: Zwei Freiwürfe von Hassan hatten gerade zum 84:82 geführt. Es folgte die wohl alles entscheidende Szene des Spiels: Rouven Roessler nahm einen Wurf aus der Halbdistanz, der vom Korb wegsprang, wo Markus Hübner mit seinem Rebound die BG vor dem drohenden Overtime oder gar einer Niederlage bewahrte. Er brachte den Ball auf Samarco, der gefoult wurde und von der Linie den Endstand zum 86:82 herstellte.
Torsten Daume stellte nach dem Spiel fest: „Das war ein must win, und ich bin froh, dass wir das auch hinbekommen haben. Gewinnen zu müssen und dann auch zu gewinnen, ist nicht immer selbstverständlich. Die Art und Weise des Zustandekommens müssen wir uns natürlich in aller Ruhe angucken, aber jetzt haben wir erst einmal einen wichtigen Schritt geschafft.“ Wahrscheinlich hatte er neben der Erkenntnis, dass Samarcos und Roesslers individuelle Klasse nur schwer zu stoppen ist auch im Hinterkopf, dass sich mit Alex Rüeck und Markus Hübner zwei Deutsche deutlich verbessert gezeigt hatten. Zustände, auf denen
er nun aufbauen kann.
Punkte BG Karlsruhe: Samarco 27/5, Roessler 21/1, Jones 14, Howard 12, Rüeck 6,2,
Hurst 4, Stockton 2
Punkte BG TOPSTAR Leitershofen/ Stadtbergen: Hassan 23/1, Richardson 18, Kronhardt
13, Veney 8, Zenk 8/1, Bowlin 6/2, Genck 6
Mit freundlicher Genehmigung von der BG Karlsruhe.