

Karlsruhe. (ver) - Im Nordbecken des Karlsruher Rheinhafens kreucht und fleucht es zu dieser Jahreszeit, wo immer man auch hinschaut.
Der Ruderverein Karlsruher Rheinklub Alemannia soll bald besonderen Nachwuchs bekommen. Sport und Natur sind oft große Gegensätze. Bei den Alemannen jedoch herrscht, was den Umgang mit der Natur betrifft, Harmonie und Einklang - meistens. Denn auf vielen schönen Wanderruderfahrten sind Erwachsene und Jugendliche im Verein gewohnt, auch den Umwelt- und Naturschutz zu beachten.
Auf dem Gelände des Rheinklubs ist fast täglich sportliches Treiben. Dessen ungeachtet haben sich am Bootssteg zwei Höckerschwäne häuslich eingerichtet. Sie haben Treibholz und Geäst mit den kräftigen Schnäbeln aus dem Hafenbecken gefischt und einer der Schwäne hat alles um sich herum drapiert - zu einer Andeutung von einem Nest - ohne gepolsterte Nestkuhle. Bald darauf lagen zwei große grünliche Schwaneneier in der warmen Sonne. Als der Schwan sich einmal von seinem Nest erhob, konnte man sehen, dass er bereits auf zwei weiteren Eiern brütete. Nach einigen Tagen jedoch wurde beobachtet, wie das brütende Tier gerade ein zerbrochenes Ei verspeiste. Vielleicht sind die Planken des Bootsstegs doch etwas zu hart? Die Mortalitätsrate soll bei Höckerschwänen vergleichsweise hoch sein. Es gibt Nester mit bis zu zwölf Eiern. 49% der Gelege werden zerstört bevor die Küken schlüpfen.
Ansonsten ist der Steg ein wunderschöner, geschickt ausgesuchter Legeplatz - er passt sich dem wechselnden Wasserstand an.
Auch die Ruderer haben noch reichlich Platz, ihre Boote zu Wasser zu lassen.
Werdende Väter im Verein, sollen im Rahmen einer Solidaritätsaktion zum Schutz der Tiere, einen großen Ast auf dem Steg platziert haben. Ein Hinweisschild an einer provisorisch errichteten Barrikade, verbietet den Stegzugang zum Nest.
So fühlt sich das Schwanenpaar in seiner Fortpflanzungs- und Aufzuchtszeit vom laufenden Sportbetrieb bisher nicht erheblich gestört. Man hofft, dass die Schwaneneltern auch weiterhin friedlich gesinnt bleiben, wenn die Küken geschlüpft sind. Denn es heißt, ein gereizter Höckerschwan könne mit seinen Flügeln einem Menschen den Arm brechen - auch einem Ruderer? Erst kürzlich berichtete der Cheftrainer von einem aggressiven Schwan, der ihn im Boot attackiert und brutal in die Skulls gebissen haben soll - mein lieber Schwan!
Trotz allem - vielleicht wird die neue Schwanenfamilie am 16. Juli 2011, zum 110-jährigen Jubiläumsfest des Rheinklubs einen Schwanengesang am Nordbecken des Karlsruher Rheinhafens aufführen. Die Alemannen wären begeistert.
Webcam mit aktuellen Bildern: www.rheinklub-alemannia.de
Mit freundlicher Genehmigung von Dietmar Kup - Karlsruher Rheinklub Alemannia.