Ist Karlsruhe wirklich eine Radlänge voraus?

Stadt Karlsruhe lehnt City-Cross-Rennen in der Günther-Klotz-Anlage ab

Karlsruhe. (mei) - Nachdem im vergangenen Jahr erstmals ein Querfeldeinrennen in der Karlsruher Günter-Klotz-Anlage stattfand, droht der Veranstaltung nun das Aus.

Obwohl die Austragung im vergangenen Oktober bundesweit großen Anklang fand, entschied der Karlsruher Gemeinderat gegen eine Fortsetzung des Rennens in der Günther-Klotz-Anlage. "Die Gründe, die zur Ablehnung geführt haben, können mich nicht überzeugen", erklärte der Bundestagsabgeordnete Ingo Wellenreuther, der sich für eine Fortsetzung der Veranstaltung einsetzt.

Die Stadt hatte einen Antrag der RSG Karlsruhe abgelehnt, da die Günther-Klotz-Anlage vornehmlich der Spiel- und Erholungsfunktion diene. „Die Schäden und das Image der Naherholungszone Klotz-Anlage wären durch das Rennen zu groß, nicht reparabel und ständen nicht im Interesse der Stadt“, heißt es von Seiten des Gartenamtes Karlsruhe. Obwohl der Veranstalter Zugeständnisse bei der Streckenführung und die Übernahme der Instandsetzungskosten anbot, ließ das Karlsruher Gartenamt keine weiteren Diskussionen zu.

Daher will sich Wellenreuther an die Stadtverwaltung wenden, mit der Bitte um nochmalige Überprüfung. „Die Sportstadt Karlsruhe braucht außerdem derartige Veranstaltungen mit großer Außenwirkung, die an die Tradition großer Radsportveranstaltungen in Karlsruhe anknüpfen“, meint Wellenreuther.

Erst vor kurzem hatte die Stadt Karlsruhe den 225. Geburtstag von Karl Drais genutzt, um eine Imagekampagne für die Fahrradstadt Karlsruhe zu starten. „Hat sich die Stadt in den vergangenen Jahren nur hinter Tour de France, Deutschland Tour und dem GP Breitling versteckt, um sich ein Image als Radsportstadt zu erwerben, das sie gar nicht hat?“, fragt sich Eurosportmoderator und City-Cross Mitinitiator Karsten Migels.

Auch für die PfoKa-Redaktion erscheint die Absage sehr paradox. Denn ein Blick auf die Grünflächen der Günther-Klotz-Anlage nach Beendigung des Events „Das Fest“ genügt um zu sehen, dass die Anlage nicht nur als Naherholungszone dient. Ein kleiner Verein wie die RSG Karlsruhe sollte hier von der Stadt unterstützt werden. Man sollte bedenken, dass nicht nur ein Verein wie die RSG solch ein Ereignis braucht, sondern auch die Stadt, um ihr Image als Fahrradstadt nicht zu verlieren. Denn sonst wird man irgendwann bemerken, dass man bereits 225 Jahre hinterher radelt anstatt voraus.