

Karlsruhe. (ver) - Die Bahn in der Europahalle hält was sie verspricht. Verena Sailer und Carolin Nytra mit starken Vorlaufzeiten. Vier Weltjahresbestleitungen über die Mittelstrecken sowie zwei Meetingrekorde – ebenfalls über die Mittelstrecken – sorgen für beste Stimmung in der mit 4.500 Zuschauern restlos ausverkauften Europahalle. Dazu kratzte Silke Spiegelburg beim Stabhochsprung erneut an der deutschen Rekordmarke, und Ariane Friedrich meldet sich mit übersprungenen 1,90 Metern nach ihrem Achillessehenriss wieder zurück in der Weltklasse.
Die 3.000 Meter der Männer waren ein absolutes Highlight beim diesjährigen Meeting – mit zwei Siegern in einer Fabelzeit von 7:29,94 Minuten. Augustine Kiprono Choge und Edwin Soi gewinnen gemeinsam die Kultstrecke des IHM. Mit der doppelten Weltjahresbestleistung haben beide am Ende eines packendes Runs genau die gleiche Zeit stehen. Nicht einmal das Zielfoto kann für Aufklärung sorgen. „Ich bin sehr froh, dass ich hier gewinnen konnte, und auch über die Zeit freue ich mich. Denn meine Konkurrenz, vor allem mein Landsmann Edwin Soi, war sehr stark“, so Choge nach dem Lauf. Ebenfalls Weltjahresbestleistung lief über die 1.500 Meter der Frauen die Äthiopierin Genzebe Dibaba. Mit 4:00,13 Minuten unterbot sie gleichzeitig den Meetingrekord von Kutre Dulecha aus dem Jahr 2004. Den zweiten Meetingrekord des Tages lief die Marokkanerin Mariem Alaoui Selsouli mit 8:36,87 Minuten über 3.000 Meter.
Mit polnischem Rekord konnte Olympiasieger Tomasz Majewski das Kugelstoßen, das erstmals im Rahmen des IHM stattfand, für sich entscheiden. Mit 21,27 Metern bezwang er den deutschen Weltmeister David Storl, der die Kugel auf 21,03 Meter stieß. Dritter wurde Hallenweltmeister David Cantwell aus den USA.
Im Stabhochsprung kratzte Silke Spiegelburg erneut am deutschen Rekord. Dreimal riss sie knapp die aufgelegten 4,78 Meter. „Ein wenig hatte ich schon mit dem Rekord geliebäugelt, denn ich springe sehr gerne hier in Karlsruhe. Aber dann klappt es vielleicht in zwei Wochen bei der Hallen-DM – ebenfalls in der Karlsruher Europahalle“. Mit übersprungenen 4,68 Metern gewann sie den Wettbewerb vor Kristina Gadschiew. Martina Strutz musste den Wettkampf aufgrund einer allergischen Reaktion aufgeben.
Sichtlich Spaß gemacht hat das IHM auch Verena Sailer: „Der Vorlauf mit 7,23 Sekunden ist richtig gut gelungen, damit war ich sehr zufrieden. Das Finale war dann nicht so toll. Aber es hat Spaß gemacht, wieder vor so einem Publikum in einem starken internationalen Feld zu laufen.“ Sehr zufrieden war auch Ariane Friedrich, die hinter Irina Gordeyeva mit übersprungenen 1,90 Metern Zweite im Hochsprung wurde: „Ich kann's noch! Mir ist ein riesiger Stein vom Herzen gefallen. Heute hier zu springen war wundervoll. Endlich bin ich nicht mehr nur das Kätzchen, sondern wieder der Tiger.“
Tragische Figur des Meetings war Carolin Nytra. Bei ihrem Comeback lief sie im Vorlauf über die 60 Meter Hürden mit starken 7,97 Sekunden europäische Jahresbestleitung. Im Finale zuckte sie dann etwas zu früh aus dem Startblock und wurde wegen Fehlstarts disqualifiziert. Nytras Vorlaufzeit hätte für den Meetingsieg gereicht, denn mit 7,98 Sekunden konnte die US-Amerikanerin Yette Lewis dann das Finale für sich entscheiden.
„Es freut mich, dass wir eine ausverkaufte Europahalle hatten, so Klaus Hoffmann, Geschäftsführer der Karlsruher Messe- und Kongress-GmbH. „Das lässt uns sehr positiv in die Zukunft des Meetings blicken. Unser internationales Hallenmeeting begeistert die Fans weit über die Grenzen der Region hinaus – kein Wunder bei Startern aus 31 Nationen. Unser Dank gilt all den Sponsoren, die dieses Meeting mit all den Weltklasseleistungen erst ermöglicht haben.“ Die 29. Auflage des Spitzensportevents wird am 2. Februar 2013 als „Indoor Meeting – Weltklasse in Karlsruhe“ stattfinden. Die beiden deutschen Topathleten Silke Spiegelburg und Verena Sailer haben bereits ihren Start angekündigt.
Mit freundlicher Genehmigung von Philipp Schätzle - KMK.