All-You-Can-Row 2013 – Ruderverrückte vom Karlsruher Rheinklub Alemannia (KRA) 16 std on Tour

Karlsruhe. (ver) - Bereits 2011 rudern begeisterte Sportlerinnen und Sportler des KRA, zum 110-jährigen Vereinsjubiläum 110 Rheinkilometer an einem Tag. Geburtsstunde und Idee zur Rheinklub-Veranstaltung  „All-You-Can-Row“. Am 23. Juni 2013 - dem längsten Tag im Jahr - wollen die Alemannen nun beweisen, dass da noch Luft nach oben ist. Pünktlich zum Sonnenaufgang um 5:22 Uhr starten im Karlsruher Rheinhafen ein fußgesteuerter Fünfer, ein Gig-Vierer+, ein Dreier+ und ein besonders mutiger Sportler im Einer - sein Ziel 110 km bis zum Rheinhessischen Eicher See. Sie wollen bis zum Sonnenuntergang eine möglichst weite Strecke in 16 Stunden rudern, ohne alle Naslang anzulegen – Trink-, Essens- und Pinkelpausen finden hauptsächlich im Boot statt.

  

Die auf dem Bootssteg aufgewachten Kanadagänse schwimmen ohne große Aufregung voraus, als die 15 frisch geölte Freizeitruderinnen und Ruderer im Rheinhafen an den Start gehen. In Maxau zeigt der Pegel einen idealen Wasserstand - 6,55 m, sodass die Rheinklub-Ruderer bei angenehmen Temperaturen und mäßigem Schiffsverkehr schnell vorankommen. Turnusmäßig wechseln die Ruderer zwischen 10- und 20 Kilometern den Steuerplatz und wollen nicht öfters als 2-3-mal anlegen. Zwischen Mannheim und Ludwigshafen wird vorsorglich auf gefährliche Stau- und Kreuzwellen hingewiesen – aber zur Sommersonnenwende ist Vater Rhein den Karlsruhern gut gesonnen und lässt sie unbeschadet passieren.

 

Der mutige Einer-Ruderer fährt als Erster beim Segelclub Eich nach 110 km an sein Ziel. Während er schon entspannt auf dem Nachhauseweg seine doch ziemlich gerötete Haut pflegen kann, erreichen auch die „sehr fertigen Recken“, so der Obmann des fußgesteuerten Gig-Fünfers, nach 140 Rhein-Kilometern in Mainz ihre Endstation.

 

Beim Weisenauer Ruderverein gönnt sich die Mannschaft des Vierer+ eine dicke Verschnaufpause. Bald wollen sie die extrem langsame und 1000 m breite Rheinstrecke bei Östrich-Winkel befahren. Es geht schwer voran, und die Tour wird ungemütlich. Jetzt heißt es auf die Zähne beißen – starker Wind, hohe Wellen, Kälte und Wasser im Boot machen den Sportlern sehr zu schaffen. Vom Niederwalddenkmal herab grüßt die Germania die ermüdeten Alemannen bevor sie sich beim Anblick des Binger Mäuseturms entschließen „All-You-Can-Row“ zu beenden.

 

Bleibt noch der Dreier+. In diesem Boot skullen gleich vier besonders Ruderverrückte Alemannen, Äquatorpreisträger und Weltrekord-Indorrower. Sie nutzen die Rheinstrecke mit der höchsten Fließgeschwindigkeit nach dem Binger Loch und beenden ihre Lanstrecken-Tour ebenfalls vor dem Sonnenuntergang in Boppard, bei Rheinkilometer 569,6  und sind somit die weiteste Strecke - 210 km gerudert.

 

Aber die ruderverrückten Karlsruher Alemannen sind sich einig – es müssen noch größere Entfernungen mit dem Ruderboot an einem Tag auf dem Rhein möglich sein! Wolfdietrich Jacobs, Organisator und Obmann der Veranstaltung plant bereits fürs nächste Jahr: 28. Juni  „All-you-can-Row 2014“.

 

Dietmar Kup